Praxis Dr. med. Günter Böcking
Allgemeinmedizin - Notfallmedizin - Manuelle Medizin - Naturheilverfahren - Reisemedizin

Tansania Tropenfortbildung  2019

Vom 7. bis 20. Dezember 2019 war ich wieder auf tropenmedizinischer Fortbildung. Nachdem ich im Frühjahr 2018 bereits in Uganda war und für meine tropenmedizinischen Beratungen unschätzbar wertvolle Erfahrungen sammeln konnte, gingt es diesmal nach Tansania (Ostafrika).  In verschiedenen Krankenhäusern bzw. Krankenstationen auf dem Festland sowie auf Sansibar habe ich die wichtigsten Tropenkrankheiten wie Malaria, Dengue, Schlafkrankheit, Meningitis und Typhus, Lepra und Bilharziose  hautnah miterleben und alles über Diagnose und Therapie erfahren dürfen. Auch Laborpraktika und Feldexkursionen gehörten zu dem prall gefüllten Fortbildungsprogramm. Diesen Blog habe ich live während meiner Reise erstellt und kann nur ansatzweise das widergeben, was ich erlebt habe.


Tanzania Blog
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19.12.2019

Donnerstag 19. Dezember

Nachdem wir gestern im Regenwald in heftige tropische Regengüsse kamen, erwartet uns heute wieder sonniges aber feuchtheißes Wetter. Zunächst wieder zwei spannende Vorträge zum Thema Schistosomiasis, auch Bilharziose genannt, eine durch Parasiten übertragene Tropenkrankheit. Zwischenwirt ist eine Süßwasserschnecke. Menschen infizieren sich durch die von den Schnecken ausgeschiedenen Zerkarien in stehenden Gewässern.
Der erste Vortrag brachte uns nochmals die Krankheit und ihre Übertragung nahe während uns im  zweiten Vorzrag ein Team der lokalen Gesundheitsbehörden darüber informierte, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die weitere Übertragung der Krankheit zu verhindern.

Nach den Vorträgen ging dann auf’s Land, genau gesagt nach Kinyasini.

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Dort angekommen suchten wir einen nahegelegenen Fluss auf, in dem die Wasserschnecken, also die Zwischenwirte vermutet wurden.

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Mit hohen Gummistiefeln und Handschuhen geschützt fand einer der erfahrenen Mirarbeiter nach kurzer Zeit die ersten Wasserschnecken.

20191219_120054_compress97.jpghalblinks auf dem Blatt die kleine Schnecke

Danach ging es zu einem nahegelegenen Dorf, wo spontan Kinder anhand von Urinproben untersucht wurden.

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Kinder sind am stärksten gefährdet, da sie in ihrer Freizeit selbstverständlich baden gehen und sich dadurch recht oft infizieren. Tatsächlich war dann eine Urinprobe positiv und das Kind konnte von dem Arzt des Teams sofort behandelt werden.

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20191219_123441_compress51.jpgEin Mitarbeiter des Teams untersucht den Urin

Urine samples of schoolchildren, Zanzibar, Tanzania-3_compress23.jpgBlut im Urin ist ein Zeichen für eine Bilharzioseinfektion (Foto: Kay Schaefer)

Sowohl Kinder als auch Erwachsene werden regelmäßig auf die Krankheit getestet und prophylaktisch alle 6 Monate mit Praziquantel behandelt. Zudem versucht man, die Bevölkerung zu schulen, wie man eine Infektion verhindern kann.

Nachmittags ging es noch nach Stone Town, der Altstadt von Zanzibar City, um sich einen Überblick über Kultur und Lebensweise zu verschaffen. Dabei ging es u.a. auch um die Hygienebedingungen auf dem Markt.

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Ziemlich müde kamen wir abends noch rechtzeitig zum Abendessen zurück.

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Admin - 22:36 @


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