Praxis Dr. med. Günter Böcking
Allgemeinmedizin - Notfallmedizin - Manuelle Medizin - Naturheilverfahren - Reisemedizin

Tansania Tropenfortbildung  2019

Vom 7. bis 20. Dezember 2019 war ich wieder auf tropenmedizinischer Fortbildung. Nachdem ich im Frühjahr 2018 bereits in Uganda war und für meine tropenmedizinischen Beratungen unschätzbar wertvolle Erfahrungen sammeln konnte, gingt es diesmal nach Tansania (Ostafrika).  In verschiedenen Krankenhäusern bzw. Krankenstationen auf dem Festland sowie auf Sansibar habe ich die wichtigsten Tropenkrankheiten wie Malaria, Dengue, Schlafkrankheit, Meningitis und Typhus, Lepra und Bilharziose  hautnah miterleben und alles über Diagnose und Therapie erfahren dürfen. Auch Laborpraktika und Feldexkursionen gehörten zu dem prall gefüllten Fortbildungsprogramm. Diesen Blog habe ich live während meiner Reise erstellt und kann nur ansatzweise das widergeben, was ich erlebt habe.


Tanzania Blog
for English version please download here!
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16.12.2019

Montag 16. Dezember

Während man sich im 6.600 km entfernten Deutschland auf Weihnachten vorbereitet, hatten wir morgens zwei Vorträge über Filariosen und Lepra, zwei wichtige Tropenkrankheiten, die für Touristen jedoch keinerlei Bedeutung haben. Umso mehr aber bei der einheimischen Bevölkerung, da sie neben schweren Symptomen leider auch zu sozialer Ausgrenzung führen.

Patient with lymphatic filariasis-2_compress71.jpgPatientin mit Filariose auf Sansibar (Foto: Kay Schaefer)

Im Anschluss an die Vorträge besuchten wir eine Leprakrankenstation, den Kizimakazi/Dimbani Health Center, wo wir Patienten mit beiden Krankheiten sahen. Auch einen Überblick über die ganze Krankenstation durften wir uns schaffen. 

Leprosy treament-7_compress74.jpgMedikamemtenblister gegen Lepra (Foto: Kay Schaefer)

Wiedermal war ich erstaunt, wie konsequent und dankbar hier Grundimpfungen angeboten und durchgeführt werden. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn man dagegen die unfassbaren Pseudo-Argumente der Impfgegner in Deutschland hört. Fotos gibt es auch diesmal aus Rücksicht auf Patienten und der Krankenstation nicht.
Touristen kommen davon natürlich nichts mit. Auch nicht die Backpacker oder Individualreisenden. Ich besuche das Land wie backstage…bekomme Eindrücke und Einblicke, die nur Dank eines über Jahrzehnte geknüpften und weiter gepflegten Netzwerkes an persönlichen Beziehungen unseres Fortbildungsleiters ermöglicht werden.

Nachmittags ging es um das Thema Prävention von Malaria. Auch Sansibar war einmal ein Hotspot für Malaria. Es wurde ein Prevention Center ins Leben gerufen, der damit begann, die Bevölkerung für Malaria und dessen Prävention zu sensibilisieren. Schwerpunkt wurde dabei auf das kostenlose Verteilen von Moskitonetzen in die Haushalte gelegt. Mit massiver Aufklärung und Kontrolle der Umsetzung der Moskitonetze gelang es, die Malaria fast komplett zurückzudrängen. Vor wenigen Jahren galt Sansibar vorübergehend sogar als malariafrei. Bei jetzt noch auftretenden Einzelfällen handelt es sich meist um Personen, die sich auf dem Festland infiziert haben. Da es den Überträger der Malaria, die Anophelesmücke, weiterhin gibt, müssen erkrankte Personen unverzüglich behandelt werden, da sie sonst eine Quelle für weitere Übertragungen darstellen. Leider gibt es mittlerweile auch wieder einzelne Malariafälle durch Infektion auf der Insel selbst, wie wir später feststellen mussten.

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20191216_165734_compress79.jpgDas Prevention Center

Nach einem Vortrag zu diesem Thema konnten wir mehrere Häuser besichtigen und sehen, wie die Moskitonetze über den Betten aufgespannt sind.

20191216_170049_compress86.jpg
Auch die Prävention von Durchfallerkrankungen wurde noch besprochen.
Sansibar ist durch all diese Maßnahmen aus medizinischer Sicht zu einem sicheren Reiseziel geworden.

Admin - 12:44 @


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